Meditation verändert das Gehirn auf vielfältige Weise. Es bilden sich neue Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen, einige Bereiche des Gehirns arbeiten intensiver, andere reduzieren ihre Aktivität.
Wie aktiv eine Gehirnregion ist, kann man auf verschiedene Weisen messen. Wissenschaftler aus Österreich haben es mit einer speziellen Magnetresonanztomographie getan, mit der die Menge an gebildeten Energiemolekülen (ATP) im Gehirn gemessen wurde.
27 Probanden erlernten zunächst über 7 Wochen eine Achtsamkeitsmeditation. Danach wurden ihre Gehirne im Magnetresonanztomographen untersucht. Während der Messung mussten sie zunächst meditieren, dann mussten sie eine Konzentrationsübung durchführen, sie mussten rückwärts zählen.
Im Gegensatz zu der Konzentrationsübung war während der Achtsamkeitsmeditation die Energieherstellung im Temporallappen und in den Basalganglien erhöht.
Im Temporallappen werden Wahrnehmungen kurzzeitig gespeichert. Außerdem ist dieser Bereich des Gehirns am Hören und der Verarbeitung der Sprache beteiligt. Achtsamkeitsmeditationen erhöhen die Wahrnehmung von Körperempfindungen, Emotionen, Gedanken aber auch der Dinge, die um einen herum passieren. Daher ist es äußerst interessant, dass während der Meditation der Bereich des Gehirns, der für diese Vorgänge verantwortlich ist, stärker mit Energie versorgt wurde.
Die Basalganglien sind maßgeblich an der Steuerung des Verhaltens beteiligt. Wenn sie sehr aktiv sind, regen sich Menschen beispielsweise nicht mehr so schnell auf. Auch die Willenskraft steigt, wenn die Basalganglien aktiv sind. Genau diese Verhaltensänderungen treffen auf viele Menschen zu, die über Jahrzehnte meditieren.
Meditieren Sie täglich 10 oder 20 Minuten?
Ich spreche hier von echter Meditation, davon sich still hinsetzten und 10 oder 20 Minuten auf den Atem zu konzentrieren, oder auf einen Gegenstand, der vor Ihnen steht oder ein Kunstwort wie IOMAN. Immer wenn Sie bemerken, dass sich Ihre Gedanken mit etwas anderem beschäftigen, lenken Sie sie wieder auf Ihren Atem oder den ausgewählten Gegenstand oder das Kunstwort.
Wenn Sie mit dem Laufen beginnen, bemerken Sie schnell Verbesserungen in Ihrem Leben. Die Veränderungen, die sich durchs Meditieren einstellen sind subtiler, weniger offensichtlich. Bei einigen Menschen dauert es auch länger, bis sie sich einstellen.
Meditieren macht Sie zu einem zufriedeneren, zu einem gelasseneren und zu einem effizienter handelnden Menschen.
Setzten Sie sich zum Meditieren hin, täglich, auch wenn Sie nicht gleich Veränderungen bemerken. Bleiben Sie dran! Die positiven Effekte werden sich einstellen.
Einige Menschen können nicht von jetzt auf gleich meditieren. Sie werden dadurch nicht ruhiger und gelassener, sondern wütender oder aggressiver. Da fehlen häufig essenzielle Nährstoffe wie Magnesium und Tryptophan, die erst aufgefüllt werden müssen.
Quelle: Galijašević M, Steiger R, Regodić M, et al. Brain Energy Metabolism in Two States of Mind Measured by Phosphorous Magnetic Resonance Spectroscopy. Front Hum Neurosci. 2021;15:686433.
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