Natur – nicht Handy

Besonders unter jungen Leuten ist es fast normal. In jeder freien Minute wird mit dem Smartphone gechattet oder Videos angeguckt. Viele behaupten es würde sie entspannen. Fraglich. Was definitiv entspannt ist Natur, das ist sogar wissenschaftlich untersucht, zigfach.

An einer Universität im Bundesstaat New York, die von einem großen Park samt Fluss umgeben ist, wurde hierzu eine weitere Studie durchgeführt. Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, ob bereits ein nur zehnminütiger Aufenthalt in der Natur Stress reduziert und Zufriedenheit steigert. Versuchsteilnehmer waren Studenten. Das Ergebnis:

10 bis 50 Minuten in der Natur steigern die Stimmung, reduzieren Stress und senken Blutdruck und Puls.

Wer sich länger als 50 Minuten in der Natur aufhält, erfährt keine weitere Stimmungssteigerung. Vielmehr stellt sich eine gleichbleibende Entspannung ein.

Ein einfacher Spaziergang reichte, um diese positiven Effekte auszulösen. Die Wissenschaftler verfolgen ein hehres Ziel. Sie wollen den Aufenthalt in der Natur "verschreiben". Hierzu wollten sie die richtige "Dosis" herausfinden.

Ärztliche Rezepte der Zukunft könnten dann folgendes enthalten:

Bei akutem Stress 10 Minuten in der Natur Spazieren gehen.

Warum denken die Wissenschaftler, dass so etwas Natürliches verschrieben werden müsse? Für viele stellt erst eine ärztliche Anweisung eine Erlaubnis da. Die Erlaubnis sich anders als die Masse zu verhalten. Außerdem hilft das Konkrete: Mindestens 10 Minuten Natur. Das hat eine ganz andere Wirkung, als einfach nur zu Spaziergängen zu raten.

Sie wissen schon, ich finde Laufen besser, täglich, mindestens 30 Minuten. Kurze Spaziergänge bei akutem Stress können aber zusätzlich positiv wirken. Ein Spaziergang ist während Arbeitspausen fast immer möglich. Laufen gehen, samt umziehen und anschließendem Duschen, ist es oft nicht.

Die Wissenschaftler haben noch ein weiteres Ziel: Sie wollen mit ihren Forschungsergebnissen für mehr Natur werben, schließlich lebt nicht jeder nah an einem Wald. Sie halten Bäume und Parks in Städten, an Universitäten und Schulen sowie in der Umgebung von Bürokomplexe für essenzielle Bestandteile.

Quelle: Cornell University. "Spending time in nature reduces stress." ScienceDaily. ScienceDaily, 25 February 2020. Unter www.sciencedaily.com/releases/2020/02/200225164210.htm